Kirchengeschichte

Hier finden Sie die verbundene Geschichte von Marktbreit und unserer Kirchengemeinde.
Für gewöhnlich eine relativ trockene Aufzählung und Aneinanderreihung von Daten und Jahreszahlen.
Aber die Menschen, auch wir, sind die jeweiligen Kinder ihrer Zeit.
Hier der Versuch unsere Geschichte in einem Kontext mit der dazugehörenden welt- und kirchengeschichtlichen Zeit darzustellen.
Ereignissen aus unserer Gemeinde (links) sind Weltgeschichtliche Ereignisse (rechts) gegenübergestellt und lassen uns so unsere eigene Geschichte vielleicht mit neuen Augen sehen.
Kommen Sie mit uns auf eine Reise durch die Zeit. Eine Reise voller Höhen und Tiefen, voller Tragik aber auch voller Mut. Es finden sich hier große Geschichten und kleine Anektoden.
Beginnen wir vor fast 800 Jahren mit einem kühnen Projekt in Köln...
Die Geschichte Marktbreits
und der Kircherngemeinde
  1266
Der Siedlungsbereich "broite inferior" findet Erwähnung in einer Teilungsurkunde der Grafen zu Castell.
Vor der Verleihung des Marktrechtes hieß unser Ort Unter- oder Niedernbreit.
Unternbreit am Main
  1324
Die St. Nikolaikapelle im Orts- bereich von "Breute inferioris" wird mit dem Pfarrbrief des Bischofs Wolfram von Würzburg zur Kirche einer eigenen Pfarrei erhoben. Wappen des Bistums Würzburg
1358
Ausfertigung einer Ablassbulle des Papstes Innozenz VI in Avignon mit 20 Siegeln von Bischöfen.
Den Gläubigen, die an den hohen Fest- und Feiertagen der Apostel und Märtyrer die Kirche St. Nikolai besuchen, ebenso für alle, die beim Bau und Schmuck der Kirche helfen, wird ein vierzigtägiger Ablass ihrer Seelenstrafen gewährt.
Papst Innozenz VI
1365
Frühmess-Stiftung am Katharinenaltar.
In der vorreformatorischen Zeit hatte die Kirche vier Altäre:
- Hauptaltar,
- Unbefleckte Jungfrau Maria
- Märtyrerin Katharina
- Heiliger Jakobus
Um 1400 stammt auch das Sakramentshäuschen im Chorraum von St. Nikolai.
Sakramentshäuschen
1438
Unter Engelhard von Seinsheim-Wässerndorf wird das Langhaus der Kirche erbaut.
Der Portalstein über dem Eingang des Kirchenschiffes berichtet von diesem Jahr der Erbauung. Die Inschrift lautet:
"St. Nikolaus ist der Patron dieser Kirche.
Im Jahre des Herrn 1438 ist diese Kirche erbaut und galt ein Malter Korns 20 Pfund, danach im Jahre 39 ein Maß Weins 10 Pfennig."
Engelhard von Seinsheim- Wässerndorf starb 1479
und bestimmte die Kirche
zu seiner Grablege.
Portalstein von St. Nikolai
1498
St. Nikolai erhält seine heutigen Hauptglocken. Die "11 Uhr-Glocke" mit einem Gewicht von 1200 kg und die "12 Uhr-Glocke" mit 700 kg Gewicht stammen aus diesem Jahr. Die Umschrift auf beiden Glocken lautet:
"osanna heis ich, in unser frauen er* leut ich - Bernhart Lachaman gos mich - anno dni 1498" *Ehre
Die Glocken von St. Nikolai
1543
Einführung der Reformation durch den Ortsherren Georg Ludwig von Seinsheim dem Älterem (1514-1591).
Sein Testament von 1589 war für den Ort sehr bedeutsam:
Seine Untertanen sollten ungeachtet späterer Herrschaftsverhältnisse bei ihrer "hergebrachten Religion", dem lutherischen Bekenntnis, bleiben dürfen.
1551 erfolgte die Berufung des ersten evangelischen Pfarrers Wolfgang Burmann.
Georg Ludwig von Seinsheim d. Ä.
  1557
Auf Bitten Georg Ludwigs v. Seinsheim erhob König und späterer Kaiser Ferdinand das Dorf Unternbreit laut Urkunde vom 29. Oktober 1557 zum Markt.
Mit Verleihung dieser Rechts hieß der Ort fortan Marktbreit und erhielt in der Markt- gerechtigkeitsurkunde auch sein Ortswappen, das den Heiligen St. Georg zeigt.
Die Ortsherrschaft Georg Ludwig von Seinsheims bescherte Marktbreit in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts eine erste Handelsblüte. Es entstanden in dieser Zeit zahlreiche öffentliche und private Gebäude, die heute noch Schmuck und Zierde des Ortes sind.
Das Marktbreiter Wappen
  1569
Der, aus einem Sandstein- block gehauene, achteckiger Taufstein, ist eine testa- mentarische Stiftung von Schultheiß Wolfgang Eckardt für 25 Gulden. Taufstein von St. Nikolai
  1600
Die Emporen werden mit Darstellungen biblischer Szenen aus dem Alten und Neuen Testament verziert.
Die ältesten dieser Bildtafeln stammen aus dieser Zeit und werden auch als Armenbibel bezeichnet, weil sie den Menschen die nicht lesen und schreiben konnten, die Bibel bildlich näherbrachte.
Sichtbar sind heute neuere Tafeln aus dem Jahre 1777, geschaffen von dem Ochsenfurter Künstler Johann Völk jun.
Tafelmalereien
  1634
Die Marktbreiter ereilte das Schicksal nach dem Sieg der Kaiserlichen Truppen bei Nördlingen im Jahre 1634 infolge dessen der Ort von den Kaiserlichen gestürmt wurde.
Durch die Pest verlor der Ort im gleichen Jahr über 800 Menschen, darunter 500 Fremde die im Schutz der Mauern Zuflucht gesucht hatten. In dieser trostlose Lage des Ortes nahm der Würzburger Bischof Franz von Hatzfeld die von ihm herrührenden Lehen in Besitz und zwang die Marktbreiter, im Jahre 1635 dem Hochstift Würzburg den Erbhuldigungseid zu leisten. Der Ort war zu diesem Zeitpunkt verödet und völlig ruiniert, marodierende Soldaten requirierten in der Bevölkerung was sie heraus- pressen und forttragen konnten.
Fresko "Das letzte Gericht" in St. Nikolai
  1698
Streit um die Einführung des neuen Gregorianischen Kalenders.
Marktbreit hielt ebenso wie die andere protestantischen Gebiete noch an dem alten Kalender fest und widersetzte sich mit Klagen vor dem Reichskammergericht und dem "Corpus evangelicorum."
Einen Höhepunkt erreichte der Streit als man 19 Marktbreiter Honoratioren nach abermaliger Ablehnung der Einführung kurzerhand ins Gefängnis warf. Der mitinhaftierte Pfarrer Justus Reitz ließ aus dem Gefängnis wissen, "lieber den Kopf herzugeben" als "von unserer christlichen evangelischen Freiheit abzuweichen."
Der neue Kalender wurde dann doch 1700 eingeführt.
Papst Gregor XIII
  1712
Bau der neuen steinernen Turmgalerie und der acht-eckigen Türmerwohnung.
1715 erfolgte eine Kirchen-renovierung.
Kirchturm mit Turmgalerie
  1728
Der Tod des Totengräbers Morbach im Jahre 1728 veranlasst den Pfarrer zu folgendem Eintrag in das Marktbreiter Kirchenbuch:
"Er hat den Trunk zu viel geliebt. Am 20. Juni, beim Begräbnis des Alumnus Schwarz sich toll und voll gesoffen. Den 1. Februar bei der Einscharrung eines Toten also trunken finden lassen, dass er beinahe mit in das Grab gefallen. 1100 Menschen eingescharrt, nämlich Katholiken und Protestanten zusammengerechnet. Unter den Bösen der Besten einer, geschickter und fleißiger Arbeiter, ziemliche Kenntnis im Christentum, sich gerne vom Pfarrer strafen lassen, wenn er im Trunk zu viel gethan."
  1730
Neuer Altar in St. Nikolai mit mächtigem Aufbau im Barockstil mit sechs Säulen und zwei seitlichen Durchgängen geschaffen von Bildschnitzer Gollwitzer, Maler Stoll und Schreiner Jörg aus Bamberg.
Für die Kirchengemeinde selbst, wurde der Handels- mann Johann Christoph Marschall zum großen Wohltäter. Er errichtete 1732 noch zu Lebzeiten die Marschall´sche Stiftung mit einem Kapitalstock von 1540 Gulden, bezahlte die neue Kanzel, gab zum Altar der Stadtkirche 60 Gulden, trug die Hälfte der Erbauungs- kosten der Sakristei und "ließ das eiserne Geländer an der hohen Stiege im Gottesacker verfertigen". Darüber hinaus spendete er bedeutende Beträge zur neuen Orgel und zum Kauf von Musik- instrumenten und Musikalien.
Orgel in St. Nikolai
  1763
St. Nikolai erhält die Kreuzigungsgruppe, geschaffen von Johannes Gollwitzer, anstelle des vorhandenen Altarblattes. Kreuzigungsgruppe
  1806
Im Jahre 1806 wird Marktbreit dem Bayerischen Königreich einverleibt.
Ab 1810 wird der Ort für wenige Jahre dem Großherzogtum Würzburg zugeschlagen, bevor er 1814 endgültig zu Bayern kam.
Wappen des Königreiches Bayern
  1819
Unter der bayerischen Regierung erreichte Marktbreit 1819 per "Gnadenerlass" die Verleihung der Stadtrechte III. Klasse. Marktbreiter Stadttor
  1870
In der St. Nikolaikirche befindet sich eine Gedenktafel für für den am 1. September 1870 in der Schlacht bei Sedan gefallenen Soldaten
Bg. Conrad Hofmann des 3. Jägerbataillons aus Marktbreit.
Gedenktafel in St. Nikolai
  1914
Auf dem Marktbreiter Kapellenberg befindet sich
zu dieser Zeit eine alte Kapellenruine.
In den 30er Jahren wurde diese als Kriegergedächtnis- stätte wieder aufgebaut und zur Kriegergedächtnisstätte des Landkreises Kitzingen umgestaltet. Im Innern befinden sich seitdem Gedenkinschriften
für die Gefallenen des 1. und die Opfer des 2. Weltkrieges aus dem Landkreis Kitzingen.
Das Marktbreiter Käppelle
  1933
Das Schmiedegitter am Aufgang zur Fürstenloge, das den ehemaligen Zugang von außen verziert, trägt die Jahreszahl 1933.  Ziergitter am Aufgang zur Fürstenloge
  1945
Am Ostersonntag, den 1. April 1945 erreichten die Kämpfe des Zweiten Weltkrieges auch Marktbreit.
An diesem Tag drangen amerikanische Panzer in den Ort vor, wurden aber von deutschen Truppen beschossen. Daraufhin erfolgten vom 1. bis zum 5. April mehrere Luftangriffe und täglicher Artilleriebeschuss.
In diesen Tagen erlitt die Marktbreiter Bevölkerung tragische Verluste und auch viele Gebäude der Stadt wurden zerstört.
Bereits beim ersten Fliegerangriff erhielt der Kirchturm einen Bombentreffer und im weiteren Verlauf wurde das Gemeindehaus zerstört. Das Pfarrhaus wurde schwer beschädigt und es war einer Wasserkette aus Eimern zu verdanken, das es nicht ein Raub der Flammen wurde.
Am 6. April war schließlich auch für Marktbreit der Krieg zuende.
Gedenktafel an der Marktbreiter Mühle
1956
Neustiftung der im Krieg zerstörten Fenster des Chorraumes von dem aus Marktbreit stammenden Anton Lenz-Dorsch, Mexico-City. Der Chorraum von St. Nikolai
  1960
Letztmalige Renovierung von St. Nikolai.
Es erfolgte hierbei die Entfernung der dreistöckigen Emporen von 1596 und des Barockaltares von 1730.
Dieser Barockaltar ist seit 1966 der Hauptaltar der Wallfahrtskirche Findelberg bei Saal an der Saale.
Vor der Renovierung 1960
  1999
Stiftung des großen Kirchenfensters auf der Eingangsseite von St. Nikolai.
Es wurde geschaffen vom Maler und Bildhauer Helmut Ulrich aus Friedberg bei Augsburg.
Bildausschnitt aus dem großen Kirchenfenster
  2006
Am 17. September 2006, dem 14. Sonntag nach Trinitatis  wird in der Evangelisch- Lutherischen Kirchengemeinde Marktbreit das erste Pfarrerehepaar in das Amt eingeführt. Frau Pfrin. J. Barraud-Volk, Herr Pfr. Th. Volk
 
Weltgeschichte und Kirchengeschichte
1248  
Grundriss des Kölner Doms In Köln wird mit dem Bau des neuen Doms begonnen.
Dombaumeister Gerhard von Rile entwirft den Plan des gotischen Baus, der die Reliquien der Heiligen Drei Könige aufnehmen soll.
Diese brachte der Kölner Erzbischof Rainald von Dassel von Mailand nach Köln.
1348
Pestarzt im Mittelalter Die Pest, der schwarze Tod, wütet in einer Epidemie wie nie zuvor. Europa verliert in wenigen Jahren ein Viertel seiner Bevölkerung.
1356
Siegel der Goldenen Bulle Die Goldene Bulle, initiiert von Kaiser Karl IV war eines der wichtigsten „Grundgesetze“ des Heiligen Römischen Reiches und regelte die Modalitäten der Wahl und der Krönung der römisch- deutschen Könige durch die Kurfürsten.
1386  
Siegel der Heidelberger Universität In Heidelberg wird die erste deutsche Universität ge- gründet.
Gegründet wurde sie vom Pfälzischen Kurfürsten Ruprecht I., mit Genehmigung durch Papst Urban VI, um seinem stark zergliederten Territorium einen geistigen Mittelpunkt zu geben, Fremde anzuziehen und Kirchen- und Staatsdiener im eigenen Lande auszubilden.
1445
Die Gutenberg-Bibel Johannes Gutenberg erfindet den Buchdruck mit beweglichen Metall-Lettern.
Diese Methode war umwälzend für die Buchproduktion und löste in Europa eine Medien- revolution aus.
Insbesondere sein Hauptwerk, die Gutenberg-Bibel, wird allgemein für ihre hohe ästhetische und technische Qualität gerühmt.
1483
Die Lutherrose - Das Siegel Martin Luthers Am 10. November wird Martin Luther in Eisleben geboren.
Luthers Eltern waren der Bauer, Bergmann, Mineneigner und spätere Ratsherr Hans Luder und dessen Ehefrau Margarethe, geb. Lindemann, die aus Möhra stammten.
Am folgenden Martinstag (11. November 1483) wurde er auf den Namen des Tagesheiligen in der St.-Petri-Pauli-Kirche getauft.
1492
Columbus landet in der Neuen Welt Christoph Kolumbus entdeckt die Neue Welt.
Im Bestreben, auf dem westlichen Seeweg von Europa nach Ostasien zu gelangen, erreichte Kolumbus am 12. Oktober 1492 die Karibischen Inseln. Er selbst war bis zu seinem Lebensende der Ansicht, eine Route auf dem Seeweg nach "Hinterindien" entdeckt zu haben.
1521
Luther vor dem Reichstag zu Worms Am 17. April 1521 stand Luther vor dem Reichstag zu Worms, wurde vor den versammelten Fürsten und Reichsständen verhört und letztmals zum Widerruf seiner Ketzerischen Thesen aufgefordert. Nach einem Tag Bedenkzeit und im Wissen, dass dies seinen Tod bedeuten konnte, lehnte er mit folgender Begründung ab: "(Da)...mein Gewissen in den Worten Gottes gefangen ist, ich kann und will nichts widerrufen, weil es gefährlich und unmöglich ist, etwas gegen das Gewissen zu tun. Gott helfe mir. Amen."
1546
Martin Luther Trotz eines schon länger währenden Herzleidens reiste Luther im Januar 1546 über Halle nach Eisleben, um einen Streit des Grafen von Mansfeld zu schlichten.
Er starb am Zielort am 18. Februar 1546. Sein Leichnam wurde nach Wittenberg überführt und am 22. Februar in der Schlosskirche beigesetzt.
1560  
Die Seeschlacht von Djerba Die Seeschlacht von Djerba.
Eine osmanische Flotte unter dem Befehlshaber Piale Pascha setzt sich gegen die Flotte einer christlichen Allianz unter dem Kommando von Giovanni Andrea Doria durch. Die vernichtende Niederlage mit einem Verlust von etwa 20.000 Menschen auf christlicher Seite bewirkt einen Höhepunkt der türkischen Seeherrschaft im Mittelmeer.
1572
Darstellung der Bartholomäusnacht Die Bartholomäusnacht.
Die französischen Prostestanten, allgemein als Hugenotten bezeichnet, waren in ihrer Glaubensausübung stark unterdrückt.
In der Nacht zum 24. August kam es in Paris zu einem Massaker dem ca. 3000 Hugenotten zum Opfer fielen. Innerhalb weniger Tage wurden im ganzen Land ca. 20.000 Menschen ermordet.
Hunderttausende flohen in den folgenden Jahren in die Nachbarländer.
1618
Der dreißigjährige Krieg Der Dreißigjährige Krieg stürzt Europa in Chaos und Zerstörung.
Nachdem sich der Konflikt zwischen evangelischen Ständen und katholischen Landesherren in Böhmen immer mehr zugespitzt hatte, löste der Fenstersturz zu Prag den Krieg aus.
In ihm entluden sich sowohl die Gegensätze zwischen der Katholischen Liga und der Protestantischen Union als auch Konflikte auf europäischer Ebene.
Die durch den Krieg verursachten Hungersnöte und Seuchen verheerten und entvölkerten ganze Land- striche des Reiches.
In Süddeutschland etwa überlebte nur ein Drittel der Bevölkerung
1648  
Der westfälische Frieden Der Westfälische Friede beendet den Dreißigjährigen Krieg.
Der Friedensvertrag war ein Kompromiss zwischen allen beteiligten Parteien, der möglich wurde, weil durch die totale Erschöpfung der Ressourcen und die allgemeine Kriegsmüdigkeit keine Seite durch die Fortführung des Krieges etwas gewinnen konnte.
Was die kirchlichen Angelegenheiten betraf, so wurden beide Konfessionen, die katholische wie die evangelische, vollkommen gleichgestellt.
1703
Das Wappen von St. Petersburg Zar Peter der Große gründet Sankt Petersburg. Er legt im Krieg gegen die Schweden mit dem Bau einer Festung an der Newa den Grundstein für die Stadt.
Schon 1712 erklärte Peter der Große Sankt Petersburg anstelle von Moskau zur Hauptstadt des Russischen Kaiserreiches.
1716  
Das Bernsteinzimmer Der preußische König Friedrich Wilhelm I. schenkt dem russischen Zaren Peter I. das Bernsteinzimmer.
Fast zwei Jahrhunderte lang wird sich der mir Bernsteinelementen verkleidete Raum im Katharinenpalast in Zarskoje Selo bei St. Petersburg befinden.
Seit 1945 gilt das Bernsteinzimmer als verschollen.
1724  
Immanuel Kant Immanuel Kant wird am 22. April 1724 in Königsberg geboren.
Er gilt heute als einer der bedeutendsten Philosophen. Sein Werk "Kritik der reinen Vernunft" kennzeichnet einen Wendepunkt in der Philosophiegeschichte und den Beginn der modernen Philosophie.
1734
Johann Sebastian Bach Johann Sebastian Bach komponiert sein berühmtes Weihnachtsoratorium. Johann Sebastian Bach stammt aus einer weit- verzweigten lutherischen Musikerfamilie und war das jüngste von acht Kindern. Das Weihnachtsoratorium, BWV 248, ist eine der berühmtesten und meistaufgeführten geistlichen Kompositionen von Johann Sebastian Bach. Dabei handelt es sich eigentlich nicht um ein geschlossenes Oratorium, sondern um einen Zyklus von sechs Kantaten für die Weihnachtszeit 1734/35.
1776
Die Unabhängigkeitserklärung der USA Am 4. Juli 1776 erfolgt die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika.
Die Präambel beginnt mit den berühmten Worten:
"Wir halten diese Wahrheiten für ausgemacht, dass alle Menschen gleich erschaffen wurden, dass sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten begabt wurden, worunter Leben, Freiheit und das Streben nach Glückseligkeit sind..."
1804
Napoleon Bonaparte krönt sich zum Kaiser Napoléon Bonaparte krönte sich am 2. Dezember 1804 in einer Zeremonie in Anwesenheit von Papst Pius VII in der Kathedrale Notre Dame de Paris selbst zum Kaiser.
Napoléon, der große Teile Europas unter seine Herrschaft bringen konnte, scheiterte letztlich an den aufkommenden Nationalstaatsgedanken der europäischen Mächte.
1848  
Frankfurter Paulskirche Revolution in den Staaten des Deutschen Bundes.
Am 18. Mai 1848 tagte erstmals die Frankfurter Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche. Sie war das erste frei gewählte Parlament für ganz Deutschland.
Bis Juli 1849 wurde der erste Versuch, einen demokratisch verfassten, einheitlichen deutschen Nationalstaat zu schaffen, von überwiegend preußischen und österreichischen Truppen gewaltsam niedergeschlagen
1880
Der fertiggestellte Kölner Dom Der Kölner Dom wird nach über 600 Jahren, getreu den Plänen der Kölner Dombaumeister des Mittelalters und dem er- haltenen Fassadenplan aus der Zeit um 1280, vollendet.
Der Dom war zu dieser Zeit das höchste Gebäude der Welt.
Das Ende des Dombaus wurde am 15. Oktober 1880 mit einem Fest gefeiert, das Kaiser Wilhelm I. als Mittel zur öffentlichen Repräsentation seines neun Jahre zuvor gegründeten Kaiserreiches nutzte. Allerdings blieben viele Mitglieder der Katholischen Kölner Bürgerschaft dem Empfang des protestantischen Kaisers fern.
1914  
Gott mit uns "Gott mit uns"
lautete die Aufschrift auf dem Koppelschloss der deutschen Uniformen.
Es war der Wahlspruch des Preußischen Königshauses.
Mit diesen Worten auf dem Koppel der Uniform zogen die Kaiserlichen Soldaten 1914 in den 1. Weltkrieg.
Die Soldaten der Reichswehr in der Weimarer Republik hatten ihn auf dem Schloss und mit ihm zogen schließlich 1939 auch die Soldaten der Wehrmacht in den Zweiten Weltkrieg.
Die Bundeswehr ersetzte den Spruch 1962 durch die Worte:
"Einigkeit und Recht und Freiheit"
1933  
Der Führer vor "seiner" Jugend Am 30. Januar 1933 wird Adolf Hitler Reichskanzler und die Nationalsozialisten übernehmen die Macht in Deutschland.
Noch im selben Jahr wird die evangelische Jugend als Eigenverband aufgelöst und in die Hitlerjugend zwangs- integriert. "...dann kommen sie vom Jungvolk in die Hitlerjugend, dann nehmen wir sie sofort in die Partei, in die Arbeitsfront, in die SA oder die SS ... und sie werden nicht mehr frei ihr ganzes Leben"
Adolf Hitler 1938 zum Werdegang der deutschen Jugend.
1945
Dietrich Bonhoeffer Am 9. April 1945, 29 Tage vor dem Ende des Krieges, wird Dietrich Bonhoeffer im KZ Flossenbürg von den Nationalsozialisten ermordet.
Bonhoeffer war evangelisch-lutherischer Theologe, profilierter Vertreter der Bekennenden Kirche und ein aktiver Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus.
Vom 19. Dezember 1944 datiert ein Brief, dessen Beigabe, gedacht als Weihnachtsgruß für seine Verlobte, seine Eltern und Geschwister, als Kirchenliedtext berühmt werden sollte. "Von guten Mächten wunderbar geborgen erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiß an jedem neuen Tag"
1959
Aktion "Brot für die Welt" 1959 wird in Berlin die Aktion Brot für die Welt gegründet.
Sie wird von allen evang. Landes- und Freikirchen getragen.
Mit dem gesammelten Geld werden vor allem Selbsthilfeprojekte in Entwicklungsländern unterstützt. Die jährlichen Spendenaktionen starten jeweils am ersten Advent, dem Beginn des Kirchenjahres.
Jede Aktion steht unter einem bestimmten Motto, das auf speziell geförderte Projekte hinweisen soll.
1968
Unsere Welt "...und er machte ein Gewölbe das der Himmel war... und er nannte das Land Erde und das Wasser nannte er Meer." Die Astronauten, die mit ihrem Raumschiff Apollo 8 als erste Menschen gerade den Mond umrundet hatten, lasen aus dem All den Menschen auf der Erde aus der Schöpfungsgeschichte vor - Heiligabend 1968.
1989  
Der Mauerfall in Berlin Mitte der 80er Jahre begannen in der ehemaligen DDR die Friedensgebete in der Leipziger Nikolaikirche.
Im September 1989 begannen im Anschluss an diese Gottesdienste die sogenannten Montagsdemonstrationen als Protest der DDR-Bürger gegen die politischen Verhältnisse. Im Verlauf der friedlichen Revolution fiel in der Nacht von Donnerstag, dem 9. November, auf Freitag, den 10. November 1989, nach mehr als 28 Jahren Bestand, die Berliner Mauer.
Am 3. Oktober 1990 war die Deutsche Teilung überwunden.
2005  
Die Dresdner Frauenkirche Einweihung der wieder- aufgebauten Frauenkirche
in Dresden.
Die evangelisch-lutherische Kirche des Barocks gilt als eines der architektonisch reizvollsten Kirchengebäude Europas. Der neben dem Straßburger Münster größte Sandsteinbau der Welt verfügt zugleich über eine der größten steinernen Kirchenkuppeln nördlich der Alpen.
1726 bis 1743 erbaut, wurde sie im Zweiten Weltkrieg durch Luftangriffe in der Nacht vom 13. zum 14. Februar 1945 schwer beschädigt und stürzte am Morgen des 15. Februar ausgebrannt in sich zusammen.
Am 30. Oktober 2005 fand in der Frauenkirche ein Weihegottesdienst und Festakt statt. Aus dem Mahnmal gegen den Krieg ist ein Symbol der Versöhnung geworden.