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Sonntagsspaziergang für Main Post Kitzingen, 4. Januar 2019 von Pfarrer Thomas Volk

Rechtzeitig absteigen

 

"Wenn Du merkst, dass du ein totes Pferd reitest“, lautet eine uralte Weisheit der Dakota-Indianer, „dann steig ab!“ Dieser Vergleich wird gerne herangeführt, wenn man spürt, dass sich unbedingt etwas ändern müsste, aber nichts passiert.

Auch wenn uns das Pferd keinen Meter mehr weiterträgt, bleiben wir zuweilen lieber im Sattel, gehen jeden Tag frustriert zur Arbeit oder lassen alles so wie es ist, obwohl wir uns in unserem Umfeld nicht mehr wohlfühlen.

Zum schnellen Absteigen scheinen wir nicht begabt zu sein. Wir erfinden für derartige Situationen lieber Ausreden oder lassen uns erfolgsorientierte Strategien einreden. Zum Bespiel: „Wir entwickeln ein Motivationsprogramm für tote Pferde!“ Oder wir sagen: „So haben wir das Pferd schon immer geritten.“ Oder: Wir ändern die Kriterien, die besagen, wann ein Pferd tot ist.“ Oder: „Wir besuchen andere Orte, um zu sehen, wie man dort tote Pferde reitet.“ Oder: „Wir schirren mehrere tote Pferde gemeinsam an, damit wir schneller werden.“

Sie merken: Das alles sind nur Ausreden, die beschönigen und uns einreden wollen, dass es einfacher wäre, immer weiterzumachen. Eigentlich müssten wir „absteigen“ um uns aus dem Trott zu befreien, aber es fehlt der Mut.

Wenn Ihnen gerade beim Lesen dieser Zeilen einige „tote Pferde“ einfallen, die Sie reiten, dann ist das schon ein erster Schritt in die richtige Richtung. Der zweite wäre sich zu fragen: „Was hindert mich eigentlich wirklich daran, diese eine Sache in meinem Leben sein zu lassen oder mal ganz anders anzugehen?“

Natürlich ist der dritte Schritt der schwerste: sich von dem Pferd zu trennen, das einem jahrelang treu zu Diensten gestanden ist. Aber sobald der Puls versagt, müssen wir der Wirklichkeit ins Auge blicken und uns fragen, was wir eigentlich wollen.

„Lasst euch von Gott verändern!“ hat der Apostel Paulus einmal den Christen in Rom mitgegeben (Römer 12,2). Das ist klar und deutlich! Nicht sitzenbleiben oder dem Leben hinterherlaufen, sondern im Vertrauen auf Gott die Richtung wechseln oder gar Neues wagen.

 

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